Strand

Playa de Maspalomas

Gran Canaria, Canary Islands, Spain

Bewertung
★★★★★

Ort

Gran Canaria, Canary Islands, Spain

Kurzfazit

"Playa de Maspalomas in Gran Canaria, Canary Islands, Spain: Gran Canaria's most spectacular beach — a vast 6-kilometre arc of golden Saharan sand dunes meeting the Atlantic Ocean at the island's southernmost point, where a nature reserve, lighthouse, and natural lagoon create one of Europe's most extraordinary coastal landscapes."

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Einleitung

Es gibt Strände, und dann gibt es Maspalomas. Was diesen Abschnitt der Gran-Canaria-Küste von jedem anderen europäischen Strand unterscheidet, ist sofort aus der Luft erkennbar: Der Strand hört nicht auf – er geht über in Dünen, gewaltige, sahara-ähnliche Sanddünen, die sich über mehr als 400 Hektar erstrecken und bis zu zehn Meter aufragen. Diese Dünen sind kein Dekor, sie sind ein Ökosystem. Aus biogenem Sand geformt – den Überresten mariner Organismen vom afrikanischen Kontinentalsockel, die Wind und Strömung hier abgelagert haben –, sind sie eine Naturschutzzone von Europas Kategorie, ein Sonderschutzgebiet (Reserva Natural Especial), das seit 1994 unter Schutz steht. Maspalomas ist eine der seltenen Destinationen, die dem Bild, das sie in der Phantasie erzeugen, vollständig entsprechen.

Geografie & Landschaft

Maspalomas liegt an der Südspitze Gran Canarias, der drittgrößten der Kanarischen Inseln. Der Strand selbst erstreckt sich über sechs Kilometer von der Charca de Maspalomas (einer natürlichen Lagune) bis zum Faro de Maspalomas (Leuchtturm, 1890 erbaut). Die Dünen beginnen hinter dem Strand und erstrecken sich nach Norden. Das Meer ist der offene Atlantik, warm und ruhig im Vergleich zu nordeuropäischen Küsten (Wassertemperatur 20–24 Grad ganzjährig). Die Küste ist flach, der Wellengang moderat bis gelegentlich kräftig. Am Rand der Dünen liegt die Charca: eine Lagune mit Schilfgürtel und seltenen Vogelarten. Der Leuchtturm ist das Wahrzeichen der Südspitze.

Flora, Fauna & Meeresleben

Die Dünen von Maspalomas sind ein eigenständiges Ökosystem. Spezifisch angepasste Pflanzen wie Tamarisken, Teide-Wolfsmilch und Salzwiesengräser wachsen im Sand. Die Charca de Maspalomas ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet: Flamingos, Graureiher, Stelzenläufer und zahlreiche Zugvögel rasten hier auf dem Weg zwischen Europa und Afrika. Im Meer vor Maspalomas wurden Delfine und Schildkröten gesichtet; die Meeresbuchten weiter westlich (Pasito Blanco, Playa del Padrón) sind reich an Meereslebewesen. Die vorgelagerte Dünenlandschaft ist streng geschützt – Campieren und das Verlassen der markierten Wege ist verboten.

Aktivitäten

Dünen-Safari und Kamelreiten

Die Maspalomas-Dünen zu Fuß zu durchwandern ist ein einzigartiges Erlebnis auf europäischem Boden. Gut markierte Wanderwege führen durch das Dünensystem. Kamelritte auf dem Rücken der Dromedarkarawane sind eine der beliebtesten Touristenattraktionen Gran Canarias – kitschig, aber unvergesslich.

Schwimmen und Wassersport

Der offene Strand bietet Wellengang für Surfer und Bodyboarder. In ruhigeren Strandabschnitten nahe der Charca ist auch entspanntes Baden möglich. Diverse Wassersport-Verleihstationen sind vorhanden (Kajak, SUP, Windsurf).

Vogelbeobachtung an der Charca

Die Lagune am westlichen Strandende ist das Zentrum der Vogelbeobachtung. Besonders in den Morgen- und Abendstunden sind die Tiere aktiv. Ein kleiner Beobachtungsweg führt um die Lagune herum.

Wale und Delfine beobachten

Die Gewässer südlich Gran Canarias gehören zu den besten Walbeobachtungsgebieten Europas. Von Puerto de Mogán und Playa del Inglés aus starten täglich Walbeobachtungstouren (Wal- und Delfin-Watching) mit hoher Sichtungsgarantie (Kurzkopf-Grindwale und Gemeine Delfine sind das ganze Jahr präsent).

Nudistenbereich und LGBT+ Strand

Maspalomas und das angrenzende Playa del Inglés haben eine traditionsreiche LGBT+-Strandkultur. Der naturistische Bereich am Ostende des Strandes ist einer der bekanntesten Europas. Das Resort-Gebiet rund um Yumbo Centrum in Playa del Inglés ist ein etabliertes LGBT+-Zentrum mit zahlreichen Bars und Clubs.

Anreise

Der Gran Canaria Airport (LPA) liegt ca. 25 km nördlich von Maspalomas und ist einer der verkehrsreichsten Spaniens mit Direktverbindungen aus fast allen europäischen Hauptstädten: aus Deutschland (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin), aus dem UK, aus den Niederlanden, Skandinavien und von der spanischen Halbinsel. Mit dem Bus (Linie 66, ca. 45–55 Minuten) oder Taxi (ca. 20–25 Minuten) ist Maspalomas erreichbar. Im Ort selbst gibt es Buslinien, Touristenbusse und Taxen.

Beste Reisezeit

Gran Canaria trägt den Beinamen „Insel des ewigen Frühlings” zu Recht: Das Klima ist ganzjährig angenehm (20–28 Grad), Regen ist selten. November bis März ist die europäische Wintersaison: Die Insel zieht Urlauber aus Nordeuropa an, die dem Wintergrau entfliehen wollen – Temperaturen von 20–23 Grad sind für den Strand schon angenehm. April bis Oktober ist die wärmste und trockenste Zeit. Der Sommer (Juli–August) ist warm und belebt, aber nie so heiß wie auf dem Festland.

Einrichtungen

Maspalomas ist vollständig touristisch entwickelt. Am Strand: Liegenverleih, Sonnenschirme, Duschen, Toiletten, Rettungsschwimmer und mehrere Strandrestaurants. Hinter dem Strand: das Yumbo-Centrum-Komplex, Hotels, Supermärkte, Apotheken, Geldautomaten. Das Centro Comercial Faro 2 neben dem Leuchtturm bietet Shopping und Restaurants.

Unterkunft

Maspalomas und Playa del Inglés bieten Tausende von Hotelbetten in allen Kategorien. Das Hotel Palm Beach – direkt in den Dünen gelegen – ist eines der renommiertesten Strandhotels der Insel. Das Seaside Palm Beach (Design-Hotel) ist hochwertig und architektonisch außergewöhnlich. Für All-Inclusive-Tourismus gibt es zahlreiche große Resorts; für Selbstversorger gut ausgestattete Ferienapartmentkomplexe.

Tipps

  • Frühmorgens in die Dünen gehen: kühlere Temperaturen, schönes Licht, kaum Besucher.
  • Wasserschuhe mitbringen – der Sand heizt sich tagsüber stark auf.
  • Die Dünen verlassen markierte Wege nicht – es ist eine Schutzzone.
  • Die Charca-Lagune am frühen Morgen aufsuchen – dann sind Flamingos am häufigsten zu sehen.
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor – die atlantische Sonne ist auch im Winter intensiv.

Gastronomie & Nachtleben

Das Gastronomie-Angebot rund um Maspalomas und Playa del Inglés ist erstaunlich vielfältig. Neben den üblichen Strandrestaurants mit Paella und Gambas al ajillo findet man im Yumbo Centrum und entlang der Avenida de Tirajana internationale Küchen aus aller Welt. Besonders empfehlenswert sind die kleinen Tapas-Bars abseits der Touristenmeile, wo Einheimische essen – hier sind die Papas arrugadas (gerunzelte Salzwasserkartoffeln mit Mojo-Sauce) und der lokale Gofio (geröstetes Mehl, ein kanarisches Grundnahrungsmittel) frischer und günstiger. Das Nachtleben in Playa del Inglés zählt zu den lebhaftesten der kanarischen Inseln: Yumbo Centrum ist abends das Epizentrum der LGBT+-Szene, während andere Clubs und Bars entlang der Promenaden bis in den frühen Morgen geöffnet haben.

Geschichte & Entwicklung

Maspalomas hat sich in weniger als sechs Jahrzehnten von einem nahezu unberührten Küstenstreifen zur meistbesuchten Urlaubsdestination der Kanarischen Inseln entwickelt. In den 1960er Jahren begann die planmäßige touristische Erschließung des Südens von Gran Canaria, als der spanische Staat die Sandküste für den Massentourismus öffnete. Der Leuchtturm von Maspalomas, erbaut 1890, stand damals fast allein in der Landschaft. Heute ist das Gebiet von Hotels, Appartementkomplexen und Freizeitanlagen geprägt – aber die Dünen selbst, als Naturschutzzone ausgewiesen, haben dieser Entwicklung standgehalten. Bemerkenswert ist, dass die Dünen trotz des enormen Besucherdrucks dynamisch geblieben sind: Wind und Gezeiten formen die Sandformationen ständig neu, sodass keine zwei Besuche identisch sind. Das Bildungszentrum El Oasis an den Dünen bietet regelmäßig Führungen und Informationsveranstaltungen zur Geologie und Ökologie des Dünensystems an.

Fazit

Maspalomas ist Europas spektakulärster Strand – nicht wegen seiner Breite oder der Qualität des Wassers, sondern wegen der Dünen. Das Sahara-Gefühl am Atlantik, der Leuchtturm im Abendlicht, die Flamingos in der Lagune und das warme, klare Meer: Maspalomas liefert Bilder, die in Erinnerung bleiben. Das ganzjährig milde Klima macht es zum verlässlichsten Sonnenziel Europas.